Fazit aus Sicht der Wettanbieter: WM 2014 war voller Erfolg

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Für das fußballverrückte Deutschland war sie das wohl größte Sportereignis des Jahres: die Fußball Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Nach den vielen titellosen Jahren (zuletzt Europameister 1996, Weltmeister 1990) wurden die harte Arbeit der aktuellen Spielergeneration und die hoch gesteckten Erwartungen von Erfolg und einem vierten Stern auf dem Nationaltrikot gekrönt. Der Kantersieg gegen WM-Favorit und Gastgeber Brasilien (7:1 im Halbfinale) und das goldene Tor von WM-Finaltorschützen Mario Götze (gegen Argentinien in der 113. Minute) gehen dabei als zwei Highlights von vielen in die Geschichte ein.

WM-Geschichte wird aber auch abseits des grünen Rasens geschrieben. So ziehen etwa die Wettanbieter ihre ganz eigene Bilanz. Weil die Fußballwette mit 80 bis 90 Prozent Anteil gerade in Deutschland den wirtschaftlichen Erfolg der Buchmacher maßgeblich mitbestimmt, fiebern diese einem derartigen Großereignis beinah ebenso heftig entgegen, wie die Fans. “Die WM in Brasilien ist für unseren Umsatz wie ein 13. Monat zu betrachten”, bringt Tipico Deutschland-Geschäftsführer Christan Gruber in einem Beitrag auf gea.de die wirtschaftliche Bedeutung der WM auf den Punkt.

Davon profitierten die Wettanbieter: „Casual Betting“ & ereignisreiche Spiele

Neben den Stammkunden, die es verstärkt an die Tippscheine zieht, tritt bei Welt- und Europameisterschaften erfahrungsgemäß eine weitere Zielgruppe auf den Plan: jene Menschen nämlich, die abseits eines derartigen Events nicht an den Wettscheinen zu finden sind. Im Sog der allgemeinen Emotion platzieren auch sie die eine oder andere Wette – „Casual Betting“, nennt Gruber derartige Aktivitäten.

Für dieses Phänomen sprechen auch Zahlen: So verzeichnete etwa der Buchmacher Bet-at-home während der WM 2014 einen Anstieg der Zahl an registrierten Kunden von 3,7 Millionen auf 3,85 Millionen, während Interwetten erstmals 10.000 Neuregistrierungen in nur einem Monat (zwischen 12.06. und 13.07.2014) erzielte. Allein in der Vorrunde hat der österreichische Buchmacher 700.000 Wetten entgegen genommen, wobei das Spiel Deutschland – Portugal die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. Von einem „Rekordumsatz“ berichtet hingegen Mybet, und Bet-at-home von einem Umsatzanstieg in nur vier Wochen um bis zu 50 Prozent.

Sportwettenanbieter freuen sich über viele Überraschungen in der Gruppenphase

Besonders positiv ausgewirkt haben sich zudem die unzähligen torreichen Spiele sowie das außergewöhnliche „Favoritensterben“ in der Gruppenphase. “Der größte Teil der Wettumsätze entfällt immer auf Favoritensiege” meint etwa Horst Steiger, leitender Redakteur vom bekannten Branchenportal sportwettentest.net auf unsere diesbezügliche Anfrage. Daher profitieren die Wettanbieter vor allem immer dann, “wenn die haushohen Favoriten straucheln und ihre Spiele nicht gewinnen können” meint Steiger zu den überraschenden Erfolgen der Außenseiter in den Gruppenspielen. Letzteres, die erfrischend aufspielenden Underdogs nämlich, hat die WM noch attraktiver für Fans gemacht, während der häufige Wechsel in der Führung für einen Anstieg bei den Livewetten Sorge getragen hat.

Wenngleich also mit Deutschland einer der großen Favoriten und zugleich Gegenstand zahlreicher „patriotischer Wetten“ gewonnen hat, ziehen die Buchmacher, durch die Bank positive WM-Bilanz . Und weil „nach der WM bekanntlich vor der EM“ ist, steht bereits das nächste gewinnträchtige Ereignis an. Für „Frühzünder“ ist daher die Frage aller Fragen bereits jetzt schon in die Wettbüchern aufgenommen: Wer wird Europameister 2016?

EM Wettquoten

Grafik oben: Nach der WM ist vor der EM – die Sportwetten-Branche hat die Wettmärkte für die Europameisterschaft 2016 bereits eröffnet.